Illegaler Welpenhandel - drei Jahre Haft

Oft werden beim Welpenhandel neben den Tierschutzverstößen weitere Straftaten wie z. B. Urkundenfälschung oder Betrug begangen. Dies führt bei eingeleiteten Verfahren häufiger zu Verurteilungen und zu höheren Strafen und diesem Fall sogar zu einer dreijährigen Haftstrafe (Amtsgericht Hamburg – St. Georg, v. 03.05.2021, Az. 951 Ls 55/21).
Der Angeklagte hatte selbst einen sogenannten „Listenhund“ und entdeckte den Welpenhandel als lukrative Einnahmequelle für sich. Über ebay Kleinanzeigen bot er Welpen an, die er selbst aus dem Ausland bezog. Diese wurden jeweils zu früh von der Mutter getrennt und hatten dementsprechend noch kein eigenes stabiles Immunsystem aufbauen können. Zudem waren die Tiere nicht geimpft. Welpen dürfen aus einem anderen europäischen Mitgliedsstaat erst 15 Wochen nach der Geburt nach Deutschland eingeführt werden. Dies ergibt sich aus Art. 6 lit b) der Verordnung (EU) 2013/576 i. V. m. Anhang III Nr. 2 lit. a) i. Die Welpen erkrankten an Parvovirose. Eine der klassischen fünf Erkrankungen, gegen die Welpen stets geimpft werden sollten. Die Inkubationszeit der Krankheit beträgt vier bis sieben Tage. Die Tiere sind zunächst abgeschlagen und passiv, später kommt Erbrechen und Durchfall hinzu. Der Täter hätte die bereits fortgeschrittene Erkrankung also leicht erkennen können, da die Welpen bereits auf dem Transport

erbrachen. Er verkaufte die ungeimpften und erkrankten Welpen für jeweils ca. 1.000 Euro an arglose Käufer, wo sie qualvoll verstarben.
Der Hundekontrolldienst hatte mit dem Angeklagten wiederholt über die Parvovirose-Erkrankung gesprochen und ihn auch damit konfrontiert, dass er seinen eigenen „Listenhund“ ja geimpft habe und diesen angemessen pflegen würde. Die Amtsveterinärin verhängte ein Verbot der Tierhaltung gemäß § 16a Abs. 1 S. 2 Nr. 3 TierSchG und sprach ein Verbot des gewerbsmäßigen Handels mit Tieren aus. Die behördlichen Maßnahmen führten zu keiner Einsicht beim Täter. Hier zeigte sich die Gesinnung des Tierquälers besonders anschaulich. Die Taten waren laut dem Amtsgericht mit einem erheblichen Leiden der Hunde, aber auch mit einer großen emotionalen Belastung der Käufer verbunden, die den Hunden jeweils beim Sterben zusehen mussten. Daher verurteilte das Amtsgericht Hamburg – St. Georg den Angeklagten wegen Betruges in 7 Fällen, davon in 2 Fällen als Versuch und in 5 Fällen in Tateinheit mit einem Verstoß gegen § 17 Nr. 2a TierSchG sowie wegen Verstoßes gegen § 17 Nr. 2a TierSchG in 2 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 3 Jahren, die nicht zur Bewährung ausgesetzt worden sind.

Der Angeklagte beging diese Straftaten während zweier laufender Bewährungen.