Können Hunde und Katzen an COVID-19 erkranken und/oder das Virus übertragen?

Die wichtigsten Infos für Dich und Deine Tiere auf einen Blick fasst der Tierschutzbund Deutschland

zusammen:

 

Bisher gibt es vier Fälle, bei denen Haustiere positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden: zwei Hunde in Hong Kong und zwei Katzen (eine aus Belgien, eine aus Hong Kong). Die Tiere stammten alle aus einem Haushalt mit an COVID-19 erkrankten Personen. Die Übertragung erfolgte also von Mensch zu Tier. Die Hunde zeigten keine Symptome einer Erkrankung, die Katze aus Belgien zeigte vorübergehende Verdauungs- und Atemprobleme und ist inzwischen wieder genesen. Die Katze aus Hong Kong zeigte keine Symptome. Somit gibt es momentan keinerlei Belege für Infektionen mit schwerem oder tödlichem Verlauf bei Haustieren.

Die Wissenschaft geht bislang davon aus, dass Hunde und Katzen das Virus nicht auf Menschen übertragen können und somit keine Rolle in der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen. Auch das dafür zuständige Friedrich-Löffler-Institut (FLI) empfiehlt derzeit keine strikte Trennung oder Quarantäne von Hunden und Katzen.

Wenn man selbst an COVID-19 erkrankt ist, sollte man den Nahkontakt mit dem Tier möglichst meiden (vor allem kein Gesicht-Schnauze-Kontakt) und sich vor und nach dem Kontakt mit dem Tier die Hände waschen. Unabhängig davon sollten alle Tierhalter, wie alle anderen Menschen auch, natürlich die grundsätzlichen Hygieneregeln beachten und einhalten, wie beispielsweise gründliches Händewaschen. Darüber hinaus sind derzeit jedoch keinerlei Maßnahmen nötig. Auch wenn aktuell vereinzelte Bilder von Tieren mit Atemmasken kursieren, sind sowohl diese als auch Desinfektionsmittel nicht nötig. Im Gegenteil: Sie stressen die Tiere enorm und können zudem ihre Haut und Schleimhäute schädigen.


Was ist mit Kaninchen, Meerschweinchen und Co.?

Auch andere Haustiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Kanarienvögel oder Wellensittiche können nach aktuellen Erkenntnissen nicht an COVID-19 erkranken und das Virus auch nicht übertragen. Das Gleiche gilt für Pferde und Tiere in der Landwirtschaft. 

In einer aktuellen Veröffentlichung aus China wird berichtet, dass Frettchen unter Laborbedingungen experimentell mit SARS-CoV-2 infiziert werden können. Das bedeutet aber nicht, dass man vermehrt besorgt sein muss, wenn man Frettchen als Haustier hält. Bisher wurde keine Infektion mit SARS-CoV-2 eines als Frettchen gehaltenen Haustiers nachgewiesen.


Wenn mein Tier Kontakt zu einer Person mit SARS-CoV-2-Infektion hatte, bin ich dann gefährdet?

Bislang liegen keine Informationen dazu vor, dass Haustiere SARS-CoV-2 übertragen können. Da die wissenschaftlichen Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind, solltest Du die aktuelle Situation aber weiter im Blick behalten und die allgemeinen Hygienevorgaben beachten. Auch wir werden Dich weiter auf dem Laufenden halten.


Gibt es grundsätzlich Coronaviren bei Hunden und Katzen?

Ja, gibt es, aber Du musst Dir keine Sorgen machen. Denn die bei Hunden und Katzen auftretenden Coronaviren spielen bei Menschen keine Rolle. Vielmehr handelt es sich dabei um Erreger, die bereits seit Jahren bekannt sind und ebenfalls bekannte Krankheitsbilder verursachen. Die betroffenen Hunde bekommen Durchfall und bei Katzen können die Viren die sogenannte Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) auslösen. Katzen mit FIP zeigen verschiedene Symptome und leiden zum Beispiel unter Durchfall, Fieber, neurologischen Störungen, verlieren Gewicht oder erbrechen sich. Wie immer gilt hier: Zeigen Deine Tiere Anzeichen, dass sie krank sind, kontaktiere bitte Deine Tierärztin oder Deinen Tierarzt, damit Deine Tiere entsprechend behandelt werden können. 

Es gibt das Gerücht, dass sich das Coronavirus mehrere Tage auf dem Fell eines Tieres halten kann und sich der Mensch anstecken könnte.

Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit zu SARS-CoV-1, geht das RKI von einer Tenazität (Überlebensfähigkeit in der Umwelt) von bis zu sechs Tagen aus. Eine aktuelle US-Studie hat eine Tenazität von rund 72 Stunden von SARS-CoV-2 auf Oberflächen aus Stahl und Kunststoff bestätigt. In Aerosolen soll der Erreger ca. drei Stunden überleben. In Deutschland sind gemäß Bundesamt für Risikobewertung bislang jedoch keine Fälle von Infektionen bekannt, die auf die Berührung kontaminierter Oberflächen zurückzuführen sind.

Das Friedrich-Löffler-Institut hat sich dahingehend geäußert, dass Tiere in einem Haushalt mit infizierten Personen zwar mit dem Erreger kontaminiert werden können (z. B. über das Fell), dass dies dann allerdings nur geringste Mengen des genetischen Materials des Erregers sind, welche für eine Infektion eines weiteren Menschen sehr wahrscheinlich nicht ausreichen. Bislang wird davon ausgegangen, dass Hunde oder Katzen keine Rolle für die Verbreitung von SARS-CoV-2 unter den Menschen spielen. Das Einhalten grundsätzlicher Hygieneregeln wie Hände waschen sollte sowieso beachtet werden.


EU-Versuchstierzahlen: eine Million Tiere leiden/ Deutschland auf unrühmlichem zweiten Platz

Über eine Million Versuchstiere müssen in der EU den höchsten Grad an Schmerzen, Leiden und Schäden erleiden. Dies zeigen die Zahlen, die die EU-Kommission zu Tierversuchen in den Mitgliedsstaaten für die Jahre 2015 bis 2017 veröffentlicht hat. Demnach waren 2017 insgesamt 22,2 Millionen Tiere betroffen. Davon wurden 9,6 Millionen Tiere tatsächlich in Tierversuchen „verbraucht“ - mehr als jedes fünfte davon in deutschen Laboren. Noch mehr Tiere wurden gezüchtet und noch vor jeglicher Verwendung in einem Versuch getötet. Bei diesen 12,6 Millionen Tieren handelt es sich größtenteils um solche, die für den Erhalt gentechnisch veränderter Tierstämme gezüchtet wurden, oder die aus Forschersicht nicht das gewünschte Alter oder Geschlecht hatten.

„Laut den Vorgaben der EU sollen Tierversuche auf lange Sicht komplett ersetzt werden. Davon sind die Mitgliedsstaaten meilenweit entfernt - und Deutschland ganz besonders“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Statt voranzugehen und tierversuchsfreie Forschung endlich verstärkt zu fördern, belegen wir Dank der Untätigkeit der Regierung nach dem Vereinigten Königreich einen schrecklichen zweiten Platz im europäischen Vergleich. Verwunderlich ist der leider gar nicht: Wegen der mangelhaften Umsetzung der EU-Vorgaben läuft aktuell sogar ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland.“

Insbesondere die Entwicklung des Schweregrads der Versuche ist besorgniserregend: Über eine Million Tiere mussten 2017 den höchsten Grad an Schmerzen, Leiden, Schäden und Ängste im Namen der Forschung erleiden. 2015 waren es noch 819.007 Tiere. Erschreckend ist dies auch vor dem Hintergrund, dass mit 45 Prozent die meisten aller Tiere in Versuchen verwendet wurden, die der reinen Grundlagenforschung dienten – also ohne konkreten oder absehbaren Nutzen für den Menschen. Am häufigsten verwendet wurden Mäuse mit 61 Prozent sowie Fische und Ratten mit je 13 und 12 Prozent. Es kamen 2017 aber auch über 350.000 Kaninchen, 13.688 Hunde, und 1.879 Katzen zum Einsatz. Die Anzahl der verwendeten Primaten stieg zwischen 2015 und 2017 um 15 Prozent auf 8.235. Bei 2,6 Millionen Tieren wurde deren Erbinformation gentechnisch manipuliert, um sie künstlich krank oder dem Menschen ähnlicher zu machen.

Deutschland verletzt seit Jahren EU-Recht

Mit den Zahlen legt die Kommission zum ersten Mal seit Inkrafttreten der EU-Tierversuchsrichtlinie in 2010 einen statistischen Bericht zum Thema vor. Die Inhalte blieben damals bereits weit hinter den Erwartungen von Tierschützern zurück – auch, weil Deutschland in den Verhandlungen dringend nötige Regelungen kippte oder die Zustimmung verweigerte. Bei der Umsetzung der Vorgaben in deutsches Recht nahm die Bundesregierung sogar Verschlechterungen zu Lasten der Tiere vor: Mit dem überarbeiteten Tierschutzgesetz und der Tierversuchsordnung von 2013 missachtet Deutschland die EU-Tierversuchsrichtlinie seit nunmehr sieben Jahren.                                           Deutscher Tierschutzbund e.V.


Wildtiere leiden im Zirkus

Der Deutsche Tierschutzbund macht auf seiner Homepage auf das Problem "Wildtiere im Zirkus" aufmerksam und unterstreicht seine jahrelange Forderung nach einem Verbot der Wildtierhaltung in Zirkusunternehmen: "Wildtiere stellen besonders hohe Ansprüche an ihre Haltung und Unterbringung. In einem Zirkusunternehmen ist eine verantwortbare Haltung von Wildtieren grundsätzlich nicht möglich. Dennoch sind in vielen der über 300 in Deutschland umherreisenden Zirkusbetriebe weiterhin Tiere wildlebender Arten zu sehen: Tiger, Löwen, Elefanten, Nashörner, Giraffen, Seelöwen oder Affen – die Palette an mitgeführten Tierarten ist groß. Deshalb fordern wir schon seit Jahren ein Wildtierverbot im Zirkus – bisher leider ohne Erfolg.

Wildtiere leiden im Zirkus

Sie leiden massiv darunter, dass sie Kunststücke vorführen müssen, für die sie oft mit Gewalt dressiert werden, 
- dass sie im Schnitt 50-mal im Jahr den Auftritts-Ort wechseln müssen, dass sie die überwiegende Zeit in kleinen Käfigen, unzureichenden Gehegen oder im Transportwagen verbringen, 
- dass wesentliche artspezifische Verhaltensweisen wie Sozialkontakte oder Bewegung erheblich eingeschränkt oder       völlig unmöglich gemacht werden, 
- dass sie kaum Abwechslung oder Beschäftigung haben, 
- dass sie oft nicht artgerecht gefüttert und gepflegt werden, 

- dass eine tierärztliche Kontrolle oder Versorgung oft mangelhaft ist, da es bundesweit nur wenig spezialisierte Tierärzte für Wildtiere gibt oder sich der Zirkus die Behandlung finanziell nicht leisten kann bzw. will,

- dass den Zirkusbetreibern in vielen Fällen die notwendige Sachkunde fehlt,

- dass in der spielfreien Zeit kein festes Winterquartier vorhanden ist. Nur etwa jedes zehnte Unternehmen kann ein Winterquartier sein Eigen nennen.

Die Folgen für die Tiere sind fatal: Massive Gesundheitsschäden, schwere Verhaltensstörungen und erhöhte Sterblichkeit. Allein in den letzten zehn Jahren sind über 20 Elefanten im Zirkus vorzeitig verstorben.

Zirkus-Report enthüllt drastische Unfallstatistik

Der Zirkus-Bericht unserer europäischen Dachorganisation Eurogroup for Animals enthüllt eine drastische Unfallstatistik mit Wildtieren im Zirkus. EU-weit sind in den letzten 22 Jahren über 300 Zwischenfälle mit mehr als 600 Zirkustieren dokumentiert - davon ereignete sich fast die Hälfte in Deutschland. 

Aktuelle Situation

Für alle Tiere im Zirkus gelten derzeit geringere Vorgaben als für deren Artgenossen in Zoos, Tierparks oder in Privathaltung. Die bereits 2010 initiierte Überarbeitung der sogenannten Zirkusleitlinien liegt seither auf Eis, da das Thema „Wildtierverbot“ von den jeweiligen Bundesagrarministern blockiert wurde.  Auch der Bundesrat forderte 2016 in seiner bereits dritten Entschließung die Bundesregierung auf, Wildtiere im Zirkus zu verbieten. Im April 2019 schlossen sich die Agrarminister der Länder auf der Agrarministerkonferenz in Landau in einer gemeinsamen Erklärung der Forderung des Bundesrats an. Zuletzt hat sich der Bundestag im Oktober 2019 mit einem Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, Wildtiere im Zirkus zu verbieten, befasst und diesen abgelehnt.

Veterinärämter sind hilflos

Die Erfahrung zeigt, dass selbst die kontrollierenden Veterinärbehörden an dem Leid der Tiere wenig ändern können. Dies liegt daran, dass die Beschlagnahmung eines Wildtieres aus schlechter Zirkushaltung rechtlich kaum möglich und eine Vermittlung  in Auffangstationen, in denen die Tiere untergebracht werden könnten, zeit- und kostenaufwendig ist. Außerdem wechseln Zirkusse häufig - auch unangemeldet - ihren Standort, was mit einem Wechsel in den behördlichen Zuständigkeiten verbunden ist. Ein effektiver Vollzug ist so erheblich erschwert. Darüber hinaus sind die Haltungsvorgaben für Tiere im Zirkus erschreckend gering, so dass auch die Veterinärbehörden keine strengeren Anforderungen vorschreiben können.

Denn außer den allgemeinen Regelungen des Tierschutzgesetzes gibt es in Deutschland keine rechtlich verbindlichen Vorgaben für die Tierhaltung in Zirkusbetrieben. Die "Zirkusleitlinien", die im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums veröffentlicht wurden, konkretisieren zwar die Haltungsanforderungen für bestimmte Tierarten, sind aber nicht rechtsverbindlich. Vor allem können sie jedoch die Grundbedürfnisse der Tiere sicherstellen, zumal diese Minimalvorgaben in der Praxis oft nicht hinreichend umgesetzt werden.

Kommunale Wildtierverbote

Immer mehr Städte und Gemeinden haben die Zeichen der Zeit erkannt und diskutieren über Möglichkeiten, Auftritte von Zirkussen mit Wildtieren zu verbieten, indem sie zum Beispiel keine städtischen Flächen mehr zur Verfügung stellen. Auch wenn solche kommunalen Verbote schwer zu realisieren sind und zu einer Fleckenlandschaft in Deutschland führen, freuen wir uns über die einzelnen Vorstöße der Städte. Denn sie sind ein deutliches Signal an den Gesetzgeber, endlich zu handeln und Wildtiere im Zirkus bundesweit zu verbieten." Welche Städte es sind, ist auf der Homepage des Deutschen Tierschutzbundes nachzulesen. In Mecklenburg-Vorpommern ist es lediglich Rostock.  

 



Tierheimhelden:
Online-Tiervermittlung

Tiere auch online zu vermitteln, gewinnt immer stärker an Bedeutung. Daher tummeln sich im Internet viele Anbieter entsprechender Portale, welche aber in der Vergangenheit oft nicht zu empfehlen waren. Wir kooperieren bereits seit 2013 mit den „Tierheimhelden“. Unserer Einschätzung nach handelt es sich bei diesem Portal um ein förderungswürdiges Projekt, das die Vernetzung seriöser Tierheime vorantreibt - mit dem Ziel, die Tiervermittlung über das Internet zu intensivieren. 
                                           Deutscher Tierschutzbund

Deutscher Tierschutzbund im
Social Web

In den stetig wachsenden sozialen Netzwerken im Internet, bei Facebook, Twitter, YouTube, Instagram und vielen anderen, ergeben sich vielfältige Chancen für den Tierschutz. Auf den verschiedenen Plattformen haben einzelne Personen, Organisationen und Unternehmen die Gelegenheit, ihre Meinung online öffentlich zu machen, Informationen anzubieten und Fotos, Filme oder ganze Programme zur Verfügung zu stellen. Die Nutzer kommentieren, bewerten oder empfehlen gegenseitig die von Ihnen eingestellten Inhalte und bauen auf diese Weise soziale Beziehungen auf.  Besuchen Sie uns - Facebook, Twitter, YouTube, Instagram